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Reisen im Paradies

Hallo Welt!

Ich möchte mich erstmal dafür entschuldigen, dass ich so lange nichts auf meinem Blog veröffentlicht habe: „Es tut mir leid!“
In den vergangen Monaten ist Vieles passiert. Neue Erfahrungen und Eindrücke bereicherten mein Leben in Ghana. Angefangen bei meinem Geburtstag am 30.10.1012, den ich mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergessen werde. Mit einem morgendlichen Ständchen (auf Deutsch!) von Lisas Schülern, wurde ich begrüßt und mit einer anschließenden Wasserdusche auch noch gesegnet. Es war durchaus sehr amüsant! 🙂 Den restlichen Tag verbrachten wir dann alle zusammen am Pool vom Senator Hotel, das sich so ca. 15 Min. von unserem Schlafplatz befindet.
Die Woche nach meinem Geburtstag verbrachte ich dann mit Lisa Hammer in Accra, da an ihrer Schule Mid-Term-Break war und ich meine Mutter, die mich für 3,5 Wochen besucht hat, zum Flughafen nach Accra gebracht habe. Somit hat sich das alles recht gut ergänzt und  ich verbrachte eine wunderbare Woche in der Hauptstadt von Ghana. Accra ist durchaus mit europäischen Städten vergleichbar. Es gibt nichts, was es dort nicht gibt! Cafés, Bäckereien, ein KFC, Eisdielen, Smoothie- und Salatbaren, Luxusläden, eine Shopping Mall, Clubs und vieles, vieles mehr! Im Vergleich zu Kumasi ist es sauberer, die Luft kann man Atmen ohne, dass man das Gefühl hat, gleich vergast zu werden, die Menschen lassen einen (meistens) in Ruhe, da beispielsweise in Osu fast nur Weiße leben,  der Stau hält sich in Grenzen und es gibt mehr Auswahl in Sachen Restaurants, da man lokales und europäisch-amerikanisches Essen zugleich und en masse bekommen kann.
Das war mein 1. längerer Aufenthalt außerhalb von Kumasi und wir haben ihn alle beide sehr genossen.
Mit dem Reisen sollte es doch nicht vorbei sein! Ab dem 13.12.2012 ging’s bei uns los: Erster Stopp war Tamale, wo wir aufgrund des berühmten Moleparks hinfahren wollten. Um 4.00 Uhr morgens (nicht um 3.45uhr, wie geplant, da Lisa Hammer und ich VERSCHLAFEN haben…Ja, Freunde, ihr habt richtig gelesen, die Jennifer hat verschlafen -.-) sind wir 4 Mädls aufgebrochen und die altbekannte MMT-Station mit ihren orangen Bussen wurde von uns aufgesucht. Die Fahrt verlief unproblematisch, das Hotel in Tamale war super und die Weiterfahrt nach Lardabanga mit dem Highwayexpress, mit dem wir 2h an Stelle von 3-4h zu unserem Ziel gebraucht haben (ich denke jeder kann sich die rasante Fahrweise des Fahrers vorstellen, der wir ausgesetzt waren..). Im Nationalpark angekommen, waren wir sehr müde und haben uns gegen das Laufen und für den Jeep entschieden. Die Safaritour war nett und Tiere, wie zum Beispiel Wildschweine und Antilopen, wurden gesichtet. Das Highlight der Tour war jedoch nicht das kleine, durchaus wohlgenährte Schweinchen, das gleich wieder in die Büsche gerannt ist, als es uns auf den riesen Gefährten gesehen hat; nein, es war der Elefant, weswegen alle Besucher in den Park kommen. Da wir uninformiert waren, wussten wir nichts von einer möglichen Begegnung mit einem Elefanten und haben uns um so mehr gefreut, als wir ihn dann sahen. Die komplette Truppe von ca. 15 Leuten, folgten dem Guide durch das Geäst und hielten ihre Kameras parat. Bei dem Tempo mussten wir und die Spanier (die waren echt langsam) schauen, dass wir nicht verloren gingen. Ja, nachdem dann alle ihr Bild und dem Elefanten beim Essen zugeschaut hatten, ging’s dann auch wieder in Richtung Eingang und das Abenteuer „Mole“ wurde erfolgreich beendet.
Unsere nächste Destination war Elmina, wo wir nach 3 Tagen Aufenthalt in Kumasi mit dem Tro-Tro hingefahren sind. Die Stadt ist nicht besonders groß, aber sehr interessant. Der Touristenknotenpunkt ist die Sklavenburg, die sich direkt in Elmina befindet. Bei einer Fremdentour, die wir natürlich mitgemacht haben, wurden wir über die Historie der Burg aufgeklärt, welche uns ziemlich erschlagen und nachdenklich gemacht hat. Auch in Cape Coast, wo wir uns am nächsten Tag befanden, gab es ein Castle, in dem früher die Sklaven auf engstem Raum zusammen gepfercht und wie Tiere behandelt wurden. Dort erfuhren wir von unserem Fremdenführer sehr viel über die damaligen Ereignisse.
Sowohl in Elmina als auch in Cape Coast wohnten wir in wunderschönen Beach Resorts, die sich direkt am Meer befanden. Doch unsere Silvester- und Weihnachtsresidenz sollte jede Unterkunft toppen. Der weite mit Palmen bestückte Sandstrand, die kleinen Holzstrandpilze als Schattenspender und das familiäre Ambiente der Green Turtle Lodge (GTL) bei Dixkove, sollte uns den Atem und die Sprache für 10 Tage nehmen.

Green Turtle Lodge   Unsere Hütte

Die Sprache hat es uns erstmal im negativen Sinne verschlagen, da wir von unserem Taxifahrer einfach im Nirgendwo abgesetzt wurden..Weit und breit Nichts..so etwas war ganz neu für uns. Doch das Nichts war nicht das Schlimmste. Es stellte sich heraus, dass wir jetzt erstmal 10 Tage nicht mit der Außenwelt, d.h. auch nicht mit Deutschland in Kontakt treten konnten, aufgrund des nicht vorhandenen Handynetzes! Unsere Begeisterung hielt sich daher zu Beginn etwas in Grenzen. Als wir dann auch noch ein selbst-kompostierendes Klo in unserer idyllischen Hütte vorfanden-das bis zum Himmel gerochen hat-hörte der Spaß zu nächst auf. Öko hin oder her, irgendwann ist es sogar mir zu viel, wenn man wegen einem Klo und dessen Geruch nicht einschlafen kann. haha Nun ja, wie heißt es so schön: „Man gewöhnt sich extrem schnell an alles!“ So war’s dann auch. Am nächsten Tag war alles halb so schlimm und Weihnachten stand vor der Tür. Es war ein ungewohntes, aber sehr schönes Weihnachten, da man in der GTL eine große Familie war und man sich einfach wohlgefühlt hat. Das war mein Weihnachten: Strand, Palmen, Meer, Sonne und einen Africocoo-Cocktail in der Hand. Wunderbar. An Silvester war es ähnlich: Am Abend ein Buffet (das leider nicht ganz so gut war, wie das an Weihnachten) und eine Strandparty, zu der auch die vom nächsten Ort (ca. 20 Min. Fußmarsch) herzlich eingeladen waren. Ich hätte mir nicht gedacht, dass Weihnachten und Silvester so schön werden, denn ohne Familie und Freunde  wird man doch sentimental an diesen besonderen Festen.
Am 31.1.2012 haben wir vor dem großen Fest eine Wanderung, die uns an den südlichsten Punkt Ghanas führte, mit zwei Freunden gestartet. Die Cape 3 Points. Das Ganze hat 6,5h gedauert und war eine atemberaubende Angelegenheit. Die Buchten, die Jungelabschnitte und die endlose Weite aus roter Erde war…Ich kann’s nicht in Worte fassen!
Nach den zehn Tagen Paradies, hieß es Abschied nehmen von all den Menschen, die einem sehr ans Herz gewachsen sind. Die eigentliche Reise konnte nun beginnen. Nächstes Ziel: 3 Tage Accra und anschließend weiter fahren, um den Volta-Lake mit einem Kanu zu überqueren und mit dem Tro-Tro nach Ho zu gelangen. In Ho waren wir in einem Nationalpark, in dem wir leider keine Tiere gesehen haben und unser Guide nicht gerade der fitteste war. Am Ende unserer Wanderung im Park meinte er:“I am tired man, you wonna kill me?!“ Das nennt man mal Motivation pur. Es konnte ja keiner ahnen, dass diese deutschen Hupferl so viel Energie haben. Letztendlich ist der gute Mann dann ins Bett und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Unser Trip ging durch (fast) die gesamte Voltaregion. Hohoe,Kpandu, Torko und nocheinmal Ho, waren vertreten. Am 12.1.2013 nahmen wir dann am frühen Morgen einen orangen MMT Bus zurück nach Kumasi. Als ich im Bus saß und die Landschaft an mir vorbei zog, wusste ich, dass meine Zeit in Ghana fast abgelaufen ist und sämtliche Bilder und schöne Momente von den vergangenen Monaten wurden mir vor Augen geführt und mir wurde klar, dass es vorbei ist. Die Freude auf Familie und Freunde in Deutschland mischt sich  mit dem Gefühl des „Hierbleibenwollens“.
Na ja, noch ist es nicht vorbei! Das habe ich dann auch am Montag bemerkt, als die Schule richtig begonnen hat und ich meine Schüler nach einem Monat wieder gesehen habe! Ich hab mich schon sehr gefreut alle zu sehen. Diese Freude wurde leider erstmal in den Hintergrund gestellt und das Gefühl der Frustration dominierte nach der allgemeinen Wiederholung des Ein-mal-Einses in meinem Körper. Ich war ruhig und geduldig und versuchte meine innere Entäuschung über das Gedächtnisvermögen meiner Kinder nicht zur Schau zu stellen.
Am Dienstag konnte ich mit dem neuen Stoff, bei dem sie sehr motiviert dabei waren, weiter machen. Diese Stunde war sehr schön und ich wusste, dass sie das, was sie gelernt haben am Donnerstag immer noch wissen werden! So war es dann auch und ich war überglücklich! 🙂 Ich denke, meine Schüler haben es auch gemerkt, da ich über beide Ohren gestrahlt habe. 😀

Jetzt ist es 12:44 Uhr und meine französisch Stunde hat eigentlich schon begonnen. Da es heute leider aufgrund von FUßBALL ausfällt, werde ich wohl nicht hingehen! Fußball steht nämlich über allem. Manchmal bekomme ich auf meine Fragen wie „Where are you going?“ oder „Where were you?“ Einfach nur: „Outside..Football, Madame Jennifer!“ Was soll ich dagegen machen?! Wenn’s Fußball gibt, ist nichts wichtiger, als dabei gewesen zu sein. Und außerdem brauch ich mich nicht aufregen, da ja eh Freitag ist! Was auch immer das heißen mag… Freitag ist eigentlich noch kein Wochenende, aber in meinem kleinen Dörfchen anscheinend schon. 😉

Ok, ich denke, dass ich nun mein Wochenende genießen werde und vielleicht noch in die Stadt gehe, wobei ich um die Uhrzeit einen riesen Stau von ca. 1,5h riskieren werde. Aber was soll’s, „There’s no hurry in life!“

Ach ja, noch kurze News aus dem Hause Hammer-Danquah: Ich versuche schon seit einer Woche einen Hammer zu besorgen, um das Moskitonetz an unserem Fenster zu reparieren. Wir genießen die deutsche Salami von meiner Mutter und die Spekulatius von Lisas Familie! Ein Dankeschön an Familie Hammer an dieser Stelle. Strom und Wasser geht seit gestern Abend wieder und sonst ist alles gut. 🙂

In 6,5 Wochen bin ich wieder bei euch in München.

Ich hab euch lieb.

Eure Jennifer

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Kurzmitteilung

Ohne Wasser auf Wolke 7

Hallo ihr Lieben.

Ein Drittel der Zeit ist nun um und wir leben alle noch. Nach ein paar kleinen Krankheitsfällen, sind heute seit Langem mal wieder alle wirklich gesund. In der Letzten Zeit ist nicht viel passiert, da man sich nun eingelebt hat und der Alltag zur Routine wird. 
Mein Tag in Ghana sieht folgendermaßen aus: 6.30 Uhr aufstehen, 6.45 Uhr Joggen, 7.00 Uhr Krafttraining, 7.15 Uhr Duschen (dies muss bis 7.30 Uhr geschehen, da unseren Beobachtungen zur Folge das Wasser anschließend für eine Weile abgestellt wird), 7.30 Uhr Frühstücken und dann geht’s um 8.25 Uhr zum Matheunterricht. Der Unterricht macht mir sehr viel Spaß und ich weiß so gut wie alle Namen. Leider kommen und gehen die Schüler wann sie wollen, das erschwert das Ganze etwas. Das Multiplizieren von Zahlen funktioniert auch schon viel besser. =)
Mit meinen Französischklassen läuft das Ganze jedoch nicht so harmonisch ab, da sie sich gerade alle in der Pubertät befinden und denken, dass sie durch Geschrei und Unaufmerksamkeit den Unterricht stören müssen. Am Freitag war ich mit ganzen 4 Schülern von ca. 35 im Klassenraum, da der Rest mit Fußballspielen beschäftigt war. Ausflippen hilft da nichts… Meine Schüler wollen dann immer, dass ich den Stock hole und sie Schlage. Da ich das aber nie im Leben machen werde, habe ich eh schon verloren. Auf meine Frage, ob sie überhaupt Französisch lernen wollen, bekomme ich dann immer diese Antwort: „YESSS Madame Jennifer, we want to learn French. Please don’t go. Beat us!“ Nun ja, bis jetzt habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. An sich sind sie alle sehr lieb, aber ihr Mitteilungs- und Bewegungsdrang während dem Unterricht ist einfach unerträglich. Die 35 Minuten vergehen dann wie im Flug und alle sind traurig, dass es schon vorbei ist. Nach dem offiziellen Französischunterricht unterhalte ich mich dann mit meinen Schülern, bring ihn Deutsch bei und sie mir etwas Twi. Getanzt haben wir auch schon öfter. Hier in Ghana gibt es mehrere Tänze, die Lisa und ich versuchen zu erlernen. Bis jetzt kennen wir 2: Asunto und Amanda. Wobei ich Asunto bevorzuge, da Amanda eigentlich nur aus einem Move besteht. Die Zeit mit meinen Schülern finde ich dann immer sehr angenehm.
Mit den Lehrern verstehe ich mich sehr gut. Eine Lehrerin, die mittlerweile eine Freundin von mir ist, hat mich zum Blumenmädchen für ihre baldige Hochzeit ernannt. Darauf freue ich mich schon sehr.
Vor zwei Wochen waren wir alle in Ntonso, einem Kentedorf. Dort wurde uns deren Herstellung näher gebracht und wir durften anschließend sogar noch selbst die Kentestreifen mit unseren Lieblingssymbolen bedrucken. Traditionell eingekleidet wurden wir dann auch noch; auf meinem Kopfschmuck war beispielsweise Obama abgebildet. haha
Eine Sache, die uns an unsere Grenzen getrieben hat, war die Woche ohne Wasser. Da die Solarpumpe repariert und danach noch der Tank gesäubert wurde, hatten wir kein Fließendwasser bei uns im Zimmer. Das bedeutet, dass wir mit unseren Eimern immer zum Brunnen gehen mussten, einen Kanister hinunter lassen und den vollen mit seehhrrr viel Kraft wieder hochziehen mussten. Als wir dies eine halbe Woche durchgemacht hatten, dachten wir, dass es eigentlich gar nicht mehr schlimmer gehen kann… Ja, dem war natürlich nicht so. Ständiger Stromausfall kam noch hinzu und, da es nicht genug war, fiel auch noch der Kanister in den Brunnen, da irgendjemand so schlau war und ihn dort rein geworfen hat. Um nun an Wasser zu gelangen, musste ich mit einem Schüler von hier erstmal ca. 10 Minuten zum nächsten Brunnen laufen und mit dem 17 Liter Eimer zurück laufen. Da der Brunnen nicht sehr tief und schon fast leer war, mussten die Schüler nach mir noch weiter laufen… Also, wenn ihr in Deutschland mal denkt, es geht einfach nicht mehr schlimmer, dann denkt an mich, wie ich im Dunklen, ohne Wasser in einem übertrieben heißen Zimmer auf dem Steinboden liege (im Bett ist es zu heiß!) und mit Lisa und der kleinen Box Musik höre.

Trotz den (kleinen) Zwischenfällen geht es mir hier super und ich fühl mich wie zu Hause.
Letztes Wochenende ist meine Mama in Ghana angekommen. Meine Fahrt nach Accra war nicht besonders spannend, da ich mit dem V.I.P-Bus gefahren bin. In der Hauptstadt angekommen, musste ich noch 6 Stunden warten. Deshalb habe ich mich für einen Besuch in der Accra-Mall entschieden. Nun ist klar, wir müssen mal nach Accra zum shoppen!! In einem Restaurant habe ich dann 2 sehr nette Menschen kennengelernt, die mich den ganzen Tag mitgenommen haben. Ich hatte das Gefühl, dass ich in ganz Accra unterwegs war. Wir sind in den 5 Stunden von einem Ort zum anderen gefahren. Das fand ich alles nicht weiter schlimm, da ich eh nichts Besseres zu tun hatte. An dem letzten Satz merkt man schon, dass ich eine kleine Ghanaerin geworden bin. haha
Am Sonntag bin ich dann mit meiner Mutter wieder 5 Stunden nach Kumasi gefahren. Alle haben sie mit Freude aufgenommen und sie ist so zu sagen die Mutter für jeden.. egal ob Lehrer, Student oder Schüler. Es heißt immer: „Akwaaba Mummy!“ Nach einer Woche bei uns im Ort, ist sie nun in den Norden nach Tamale gefahren.
Alle die versuchen sie auf der deutschen Nummer zu erreichen, werden sie nicht an den Hörer bekommen. Wer ihre oder auch meine ghanaische Handynummer haben möchte, kann sich bei per mail oder so melden. Wenn euch mal langweilig sein sollte, könnt ihr mir auch sehr gerne eine Postkarte oder einen Brief schreiben! =) (Meine Adresse: Jennifer Danquah, P.O. BOX KS 9004, Kumasi Main, Ashanti Region, Ghana)
An dieser Stelle bedank ich mich bei meinem Onkel für die nette Postkarte! Daaaannkkkeee! 😀

Kurze News aus dem Hause Hammer-Danquah: Wir habe nun schon über 5 Gekos bei uns im Zimmer und eine Maus.. Gestern gabs Pfannkuchen!!! 😀 Wir waren auf Wolke 7 (oder wie unsere englischen Freude zu sagen pflegen: Cloud 9; wieso genau die Zahl „9“ ist uns immer noch ein Rätsel).

Dann verabschiede ich mich mal und wünsche euch allen noch eine schöne Zeit! =)

Ich vermisse euch.

Eure Jennifer

 

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Denchemouso

Denchemouso

Unser Dorf

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Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Bomfobiri Wildlife Sanctuary

 

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Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Bomfobiri Wildlife Sanctuary

Der Guide und ich!

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Lake Busomtwi

Lake Busomtwi

Der Ghanaer an sich

Hallo ihr Lieben

Der Ghanaer und seine grundsätzlichen Eigenschaften: Der Ghanaer an sich schläft gerne, er spuckt gerne, er liebt es zu schlürfen, einem hinterher zu zischen, einem seine Nummer und Freundschaft anzubieten und einen immer herzuwinken, auch wenn man im Auto sitzt…. Aber mehr dazu im Folgenden.

Zu Beginn möchte ich euch erstmal von meinem Schulleben erzählen, denn das interessiert wohl die meisten.
Mir wurde die 6. Klasse in der Grundschule für den Mathematikunterricht und die 7. Bzw. 8. Klasse für das Fach Französisch zugeteilt. Französisch gab es bis jetzt in der gesamten Schulzeit noch nicht, also wurde mir so zu sagen ein neues Fach auf meine Bitte hin eröffnet (ein anderes musste leider dafür gestrichen werden, wahrscheinlich war es Musik, was eh kein Mensch braucht 😉 Scherz).  Nun zu meiner 6. Klasse: an sich sind es sehr nette und herzensgute Schüler, dennoch ist ihre Mathebegabung etwas zu kurz gekommen. Meine Erwartungen waren nicht hoch und ich habe auch schon damit gerechnet, sehr weit unten einzusteigen, aber nun weiß ich, dass ich irgendwo in den tiefsten Brunnen steigen muss, um die nicht vorhandene Mathematik-Basis der Schüler zu erschaffen. Es ist durchaus schwierig mit Kindern zu arbeiten, die die „Ein-mal-Einse“ nicht beherrschen und 7 von 12 nicht subtrahieren können oder sie denken, dass sie es können und als Antwort darf ich mir von einem mir ins Gesicht strahlendem Schüler dann anhören: „21 Madame Jennifer!“  Ein kleiner Stich ins Herz, dennoch denke ich, dass noch nicht alles verloren ist und ich versuche alles, um ihnen die Basis der Mathematik-Basen beizubringen.  Meine ersten Erfolgserlebnisse kamen dann auch schon bald, als ich meinen 1. Mathetest geschrieben habe und er ganz ordentlich ausgefallen ist. Während dem Test habe ich versucht alle Spicker einzusammeln (und ich kenne eigentlich alle Verstecke, da ich ja selber erst aus der Schule raus bin 😉 ), dennoch ist es mir bei 40 Schülern nicht gelungen alle im Auge zu behalten.
Der Französischunterricht in der 7. Klasse ist dagegen schon was anderes. Die Kinder sind größer, älter und man muss sich schon durchsetzen können, sonst wird man von dem Lärmpegel überrannt und alle laufen wie verrückt durchs Klassenzimmer. Nachdem ich mich vorgestellt habe und ihnen klargemacht habe, dass bei mir im Unterricht weder geschrien, noch rumgerannt, noch gegessen, noch irgendwelche Stifte rumgeworfen und Plätze getauscht werden, waren sie ruhig.  Ihre Aufgabe war es frankophon-afrikanische Länder aufzuzählen. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass sich Germany in Afrika befindet und, dass dort Französisch gesprochen wird… wusstet ihr das? Indien liegt angeblich auch in Afrika und die offizielle Sprache ist Französisch! Auch das war mir neu.
Nachdem ich einer meiner Stunden erfolgreich beendet habe, gehe ich generell ins Lehrerzimmer, um mich dort über den Neusten Klatsch und Tratsch bei Akousia (eine sehr nette Lehrerin und Freundin) zu erkundigen.
Eine Eigenschaft der Ghanaer ist, dass sie gerne schlafen (siehe oben)! Egal wo, wann, wie, ob auf, unter oder neben dem Geschäft, sie können es überall tun. Auch im Lehrerzimme durfte ich dies ein paar Mal beobachten. Hier gilt das Motto, ist man müde, wird der Kopf auf den Tisch gelegt und man schläft erstmal eine halbe Stunde, auch, wenn man eigentlich Unterricht hätte. Dies passiert oft und stets von der einen auf die andere Sekunde!
Der Ghanaer zischt einem gerne hinter her, dass ist auch eine Eigenschaft, die man hier etwas zu oft erfährt. Nicht nur auf der Straße, sondern auch, wenn man im Tro-Tro sitzt und das Fenster offen hat!
Ein Abenteuer noch zum Schluss. Gestern waren wir am Lake Bosomtwi, der so nebenbei ein sehr schöner, großer und sauberer See ist. Doch die Fahrt dorthin sollte nicht so einfach sein, wie sie in unserem netten Reiseführer beschrieben war. In Kumasi angekommen, müssen wir erstmal den halben Markt durchqueren, um an unser Ziel zu gelangen. An der Haltestelle angekommen, stehen so ca. 40 Leute vor uns (in ein Tro-Tro passen zwischen 16 und 20 Menschen), d.h., dass wir so ca. 2 Stunden anstehen müssen. Da wir von Ghana nichts anderes gewöhnt sind, außer ständig auf irgendetwas zu warten, ist das natürlich ein Kinderspiel für uns. 😉 Nach gefühlten 3 Stunden kam dann eine Ghanaerin auf uns zu, die uns ein Tro-Tro nur für „Weiße“ herbeigeschafft  hat. Am See angekommen, werden wir erstmal genötigt, für das Klo dort 50 Pesuwas zu bezahlen, in dem es weder Klopapier noch Wasser gab… Wir sind halt aus Germany und haben anscheinend das Geld. Nach einer Diskussion, die aber leider nichts gebracht hat, mussten wir ihm das Geld geben… Das erste Obstakel geschafft, kommt auch schon das Nächste. Ein Ghanaer kommt auf uns zu und schreit uns an, dass wir ihm auf der Stelle 10 Cedis geben sollen!  Ich natürlich erstmal:“Ähh no!“ haha Nachdem er uns klar gemacht hat, dass es eine Spende sein soll und ich ihm erklärt hab, dass, wenn man einen anbrüllt und Geld für irgendwelche Bäume verlangt, es keine „Spende“ mehr sei, wurde er ruhiger und hat sich sogar für sein Verhalten entschuldigt!
Nach zwei Stunden sonnen mussten wir auch schon wieder nach Hause. Doch dies sollte nicht so einfach sein, wie die Hinfahrt. Ein privates Tro-Tro habe ich uns vom See zum Umsteigepunkt organisiert, dessen Fahrer eher an uns, als an der Straße vor ihm interessiert  war. Für die Fahrt hat er 1 Cedi verlangt und sein Freund wollte mich heiraten. Da wir für die Fahrt zahlen mussten, habe ich ihm gesagt, dass aus unserer Hochzeit nichts werden würde.  Das konnte er nur schwer verkraften. Um ca. 21.00 Uhr waren wir zu Hause.
Nächsten Samstag geht es dann in einen Nationalpark bei Kumasi. Mal schauen, was da so schiefgehen wird! =)

Ansonsten geht’s mir gut! Gas haben wir jetzt (nachdem mir zwei Schüler für das Tragen der Gasflasche organisiert wurden)!
Lisa Hammer ist wieder heil mit Carmen aus Accra zurückgekommen und die Schule fängt bei ihnen am Montag an.

Ihr fehlt mir!

Pour Adrien:  Envoie-moi des gateaux de ta mére, s’il te plaît! 😛 ❤

 

Eure

Madame Jennifer =)