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Ohne Wasser auf Wolke 7

Oktober 21, 2012

Hallo ihr Lieben.

Ein Drittel der Zeit ist nun um und wir leben alle noch. Nach ein paar kleinen Krankheitsfällen, sind heute seit Langem mal wieder alle wirklich gesund. In der Letzten Zeit ist nicht viel passiert, da man sich nun eingelebt hat und der Alltag zur Routine wird. 
Mein Tag in Ghana sieht folgendermaßen aus: 6.30 Uhr aufstehen, 6.45 Uhr Joggen, 7.00 Uhr Krafttraining, 7.15 Uhr Duschen (dies muss bis 7.30 Uhr geschehen, da unseren Beobachtungen zur Folge das Wasser anschließend für eine Weile abgestellt wird), 7.30 Uhr Frühstücken und dann geht’s um 8.25 Uhr zum Matheunterricht. Der Unterricht macht mir sehr viel Spaß und ich weiß so gut wie alle Namen. Leider kommen und gehen die Schüler wann sie wollen, das erschwert das Ganze etwas. Das Multiplizieren von Zahlen funktioniert auch schon viel besser. =)
Mit meinen Französischklassen läuft das Ganze jedoch nicht so harmonisch ab, da sie sich gerade alle in der Pubertät befinden und denken, dass sie durch Geschrei und Unaufmerksamkeit den Unterricht stören müssen. Am Freitag war ich mit ganzen 4 Schülern von ca. 35 im Klassenraum, da der Rest mit Fußballspielen beschäftigt war. Ausflippen hilft da nichts… Meine Schüler wollen dann immer, dass ich den Stock hole und sie Schlage. Da ich das aber nie im Leben machen werde, habe ich eh schon verloren. Auf meine Frage, ob sie überhaupt Französisch lernen wollen, bekomme ich dann immer diese Antwort: „YESSS Madame Jennifer, we want to learn French. Please don’t go. Beat us!“ Nun ja, bis jetzt habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. An sich sind sie alle sehr lieb, aber ihr Mitteilungs- und Bewegungsdrang während dem Unterricht ist einfach unerträglich. Die 35 Minuten vergehen dann wie im Flug und alle sind traurig, dass es schon vorbei ist. Nach dem offiziellen Französischunterricht unterhalte ich mich dann mit meinen Schülern, bring ihn Deutsch bei und sie mir etwas Twi. Getanzt haben wir auch schon öfter. Hier in Ghana gibt es mehrere Tänze, die Lisa und ich versuchen zu erlernen. Bis jetzt kennen wir 2: Asunto und Amanda. Wobei ich Asunto bevorzuge, da Amanda eigentlich nur aus einem Move besteht. Die Zeit mit meinen Schülern finde ich dann immer sehr angenehm.
Mit den Lehrern verstehe ich mich sehr gut. Eine Lehrerin, die mittlerweile eine Freundin von mir ist, hat mich zum Blumenmädchen für ihre baldige Hochzeit ernannt. Darauf freue ich mich schon sehr.
Vor zwei Wochen waren wir alle in Ntonso, einem Kentedorf. Dort wurde uns deren Herstellung näher gebracht und wir durften anschließend sogar noch selbst die Kentestreifen mit unseren Lieblingssymbolen bedrucken. Traditionell eingekleidet wurden wir dann auch noch; auf meinem Kopfschmuck war beispielsweise Obama abgebildet. haha
Eine Sache, die uns an unsere Grenzen getrieben hat, war die Woche ohne Wasser. Da die Solarpumpe repariert und danach noch der Tank gesäubert wurde, hatten wir kein Fließendwasser bei uns im Zimmer. Das bedeutet, dass wir mit unseren Eimern immer zum Brunnen gehen mussten, einen Kanister hinunter lassen und den vollen mit seehhrrr viel Kraft wieder hochziehen mussten. Als wir dies eine halbe Woche durchgemacht hatten, dachten wir, dass es eigentlich gar nicht mehr schlimmer gehen kann… Ja, dem war natürlich nicht so. Ständiger Stromausfall kam noch hinzu und, da es nicht genug war, fiel auch noch der Kanister in den Brunnen, da irgendjemand so schlau war und ihn dort rein geworfen hat. Um nun an Wasser zu gelangen, musste ich mit einem Schüler von hier erstmal ca. 10 Minuten zum nächsten Brunnen laufen und mit dem 17 Liter Eimer zurück laufen. Da der Brunnen nicht sehr tief und schon fast leer war, mussten die Schüler nach mir noch weiter laufen… Also, wenn ihr in Deutschland mal denkt, es geht einfach nicht mehr schlimmer, dann denkt an mich, wie ich im Dunklen, ohne Wasser in einem übertrieben heißen Zimmer auf dem Steinboden liege (im Bett ist es zu heiß!) und mit Lisa und der kleinen Box Musik höre.

Trotz den (kleinen) Zwischenfällen geht es mir hier super und ich fühl mich wie zu Hause.
Letztes Wochenende ist meine Mama in Ghana angekommen. Meine Fahrt nach Accra war nicht besonders spannend, da ich mit dem V.I.P-Bus gefahren bin. In der Hauptstadt angekommen, musste ich noch 6 Stunden warten. Deshalb habe ich mich für einen Besuch in der Accra-Mall entschieden. Nun ist klar, wir müssen mal nach Accra zum shoppen!! In einem Restaurant habe ich dann 2 sehr nette Menschen kennengelernt, die mich den ganzen Tag mitgenommen haben. Ich hatte das Gefühl, dass ich in ganz Accra unterwegs war. Wir sind in den 5 Stunden von einem Ort zum anderen gefahren. Das fand ich alles nicht weiter schlimm, da ich eh nichts Besseres zu tun hatte. An dem letzten Satz merkt man schon, dass ich eine kleine Ghanaerin geworden bin. haha
Am Sonntag bin ich dann mit meiner Mutter wieder 5 Stunden nach Kumasi gefahren. Alle haben sie mit Freude aufgenommen und sie ist so zu sagen die Mutter für jeden.. egal ob Lehrer, Student oder Schüler. Es heißt immer: „Akwaaba Mummy!“ Nach einer Woche bei uns im Ort, ist sie nun in den Norden nach Tamale gefahren.
Alle die versuchen sie auf der deutschen Nummer zu erreichen, werden sie nicht an den Hörer bekommen. Wer ihre oder auch meine ghanaische Handynummer haben möchte, kann sich bei per mail oder so melden. Wenn euch mal langweilig sein sollte, könnt ihr mir auch sehr gerne eine Postkarte oder einen Brief schreiben! =) (Meine Adresse: Jennifer Danquah, P.O. BOX KS 9004, Kumasi Main, Ashanti Region, Ghana)
An dieser Stelle bedank ich mich bei meinem Onkel für die nette Postkarte! Daaaannkkkeee! 😀

Kurze News aus dem Hause Hammer-Danquah: Wir habe nun schon über 5 Gekos bei uns im Zimmer und eine Maus.. Gestern gabs Pfannkuchen!!! 😀 Wir waren auf Wolke 7 (oder wie unsere englischen Freude zu sagen pflegen: Cloud 9; wieso genau die Zahl „9“ ist uns immer noch ein Rätsel).

Dann verabschiede ich mich mal und wünsche euch allen noch eine schöne Zeit! =)

Ich vermisse euch.

Eure Jennifer

 

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2 Kommentare
  1. Wir haben uns heute mit Angela getroffen – und sie hat viel erzählen können! Sehr spannend!
    LG
    Roswitha

  2. Daniela permalink

    Hallo Cousinchen,
    was gibt´s Neues? Bin schon total gespannt, was Du die letzte Zeit erlebt hast.

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