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Reisen im Paradies

Januar 18, 2013

Hallo Welt!

Ich möchte mich erstmal dafür entschuldigen, dass ich so lange nichts auf meinem Blog veröffentlicht habe: „Es tut mir leid!“
In den vergangen Monaten ist Vieles passiert. Neue Erfahrungen und Eindrücke bereicherten mein Leben in Ghana. Angefangen bei meinem Geburtstag am 30.10.1012, den ich mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergessen werde. Mit einem morgendlichen Ständchen (auf Deutsch!) von Lisas Schülern, wurde ich begrüßt und mit einer anschließenden Wasserdusche auch noch gesegnet. Es war durchaus sehr amüsant! 🙂 Den restlichen Tag verbrachten wir dann alle zusammen am Pool vom Senator Hotel, das sich so ca. 15 Min. von unserem Schlafplatz befindet.
Die Woche nach meinem Geburtstag verbrachte ich dann mit Lisa Hammer in Accra, da an ihrer Schule Mid-Term-Break war und ich meine Mutter, die mich für 3,5 Wochen besucht hat, zum Flughafen nach Accra gebracht habe. Somit hat sich das alles recht gut ergänzt und  ich verbrachte eine wunderbare Woche in der Hauptstadt von Ghana. Accra ist durchaus mit europäischen Städten vergleichbar. Es gibt nichts, was es dort nicht gibt! Cafés, Bäckereien, ein KFC, Eisdielen, Smoothie- und Salatbaren, Luxusläden, eine Shopping Mall, Clubs und vieles, vieles mehr! Im Vergleich zu Kumasi ist es sauberer, die Luft kann man Atmen ohne, dass man das Gefühl hat, gleich vergast zu werden, die Menschen lassen einen (meistens) in Ruhe, da beispielsweise in Osu fast nur Weiße leben,  der Stau hält sich in Grenzen und es gibt mehr Auswahl in Sachen Restaurants, da man lokales und europäisch-amerikanisches Essen zugleich und en masse bekommen kann.
Das war mein 1. längerer Aufenthalt außerhalb von Kumasi und wir haben ihn alle beide sehr genossen.
Mit dem Reisen sollte es doch nicht vorbei sein! Ab dem 13.12.2012 ging’s bei uns los: Erster Stopp war Tamale, wo wir aufgrund des berühmten Moleparks hinfahren wollten. Um 4.00 Uhr morgens (nicht um 3.45uhr, wie geplant, da Lisa Hammer und ich VERSCHLAFEN haben…Ja, Freunde, ihr habt richtig gelesen, die Jennifer hat verschlafen -.-) sind wir 4 Mädls aufgebrochen und die altbekannte MMT-Station mit ihren orangen Bussen wurde von uns aufgesucht. Die Fahrt verlief unproblematisch, das Hotel in Tamale war super und die Weiterfahrt nach Lardabanga mit dem Highwayexpress, mit dem wir 2h an Stelle von 3-4h zu unserem Ziel gebraucht haben (ich denke jeder kann sich die rasante Fahrweise des Fahrers vorstellen, der wir ausgesetzt waren..). Im Nationalpark angekommen, waren wir sehr müde und haben uns gegen das Laufen und für den Jeep entschieden. Die Safaritour war nett und Tiere, wie zum Beispiel Wildschweine und Antilopen, wurden gesichtet. Das Highlight der Tour war jedoch nicht das kleine, durchaus wohlgenährte Schweinchen, das gleich wieder in die Büsche gerannt ist, als es uns auf den riesen Gefährten gesehen hat; nein, es war der Elefant, weswegen alle Besucher in den Park kommen. Da wir uninformiert waren, wussten wir nichts von einer möglichen Begegnung mit einem Elefanten und haben uns um so mehr gefreut, als wir ihn dann sahen. Die komplette Truppe von ca. 15 Leuten, folgten dem Guide durch das Geäst und hielten ihre Kameras parat. Bei dem Tempo mussten wir und die Spanier (die waren echt langsam) schauen, dass wir nicht verloren gingen. Ja, nachdem dann alle ihr Bild und dem Elefanten beim Essen zugeschaut hatten, ging’s dann auch wieder in Richtung Eingang und das Abenteuer „Mole“ wurde erfolgreich beendet.
Unsere nächste Destination war Elmina, wo wir nach 3 Tagen Aufenthalt in Kumasi mit dem Tro-Tro hingefahren sind. Die Stadt ist nicht besonders groß, aber sehr interessant. Der Touristenknotenpunkt ist die Sklavenburg, die sich direkt in Elmina befindet. Bei einer Fremdentour, die wir natürlich mitgemacht haben, wurden wir über die Historie der Burg aufgeklärt, welche uns ziemlich erschlagen und nachdenklich gemacht hat. Auch in Cape Coast, wo wir uns am nächsten Tag befanden, gab es ein Castle, in dem früher die Sklaven auf engstem Raum zusammen gepfercht und wie Tiere behandelt wurden. Dort erfuhren wir von unserem Fremdenführer sehr viel über die damaligen Ereignisse.
Sowohl in Elmina als auch in Cape Coast wohnten wir in wunderschönen Beach Resorts, die sich direkt am Meer befanden. Doch unsere Silvester- und Weihnachtsresidenz sollte jede Unterkunft toppen. Der weite mit Palmen bestückte Sandstrand, die kleinen Holzstrandpilze als Schattenspender und das familiäre Ambiente der Green Turtle Lodge (GTL) bei Dixkove, sollte uns den Atem und die Sprache für 10 Tage nehmen.

Green Turtle Lodge   Unsere Hütte

Die Sprache hat es uns erstmal im negativen Sinne verschlagen, da wir von unserem Taxifahrer einfach im Nirgendwo abgesetzt wurden..Weit und breit Nichts..so etwas war ganz neu für uns. Doch das Nichts war nicht das Schlimmste. Es stellte sich heraus, dass wir jetzt erstmal 10 Tage nicht mit der Außenwelt, d.h. auch nicht mit Deutschland in Kontakt treten konnten, aufgrund des nicht vorhandenen Handynetzes! Unsere Begeisterung hielt sich daher zu Beginn etwas in Grenzen. Als wir dann auch noch ein selbst-kompostierendes Klo in unserer idyllischen Hütte vorfanden-das bis zum Himmel gerochen hat-hörte der Spaß zu nächst auf. Öko hin oder her, irgendwann ist es sogar mir zu viel, wenn man wegen einem Klo und dessen Geruch nicht einschlafen kann. haha Nun ja, wie heißt es so schön: „Man gewöhnt sich extrem schnell an alles!“ So war’s dann auch. Am nächsten Tag war alles halb so schlimm und Weihnachten stand vor der Tür. Es war ein ungewohntes, aber sehr schönes Weihnachten, da man in der GTL eine große Familie war und man sich einfach wohlgefühlt hat. Das war mein Weihnachten: Strand, Palmen, Meer, Sonne und einen Africocoo-Cocktail in der Hand. Wunderbar. An Silvester war es ähnlich: Am Abend ein Buffet (das leider nicht ganz so gut war, wie das an Weihnachten) und eine Strandparty, zu der auch die vom nächsten Ort (ca. 20 Min. Fußmarsch) herzlich eingeladen waren. Ich hätte mir nicht gedacht, dass Weihnachten und Silvester so schön werden, denn ohne Familie und Freunde  wird man doch sentimental an diesen besonderen Festen.
Am 31.1.2012 haben wir vor dem großen Fest eine Wanderung, die uns an den südlichsten Punkt Ghanas führte, mit zwei Freunden gestartet. Die Cape 3 Points. Das Ganze hat 6,5h gedauert und war eine atemberaubende Angelegenheit. Die Buchten, die Jungelabschnitte und die endlose Weite aus roter Erde war…Ich kann’s nicht in Worte fassen!
Nach den zehn Tagen Paradies, hieß es Abschied nehmen von all den Menschen, die einem sehr ans Herz gewachsen sind. Die eigentliche Reise konnte nun beginnen. Nächstes Ziel: 3 Tage Accra und anschließend weiter fahren, um den Volta-Lake mit einem Kanu zu überqueren und mit dem Tro-Tro nach Ho zu gelangen. In Ho waren wir in einem Nationalpark, in dem wir leider keine Tiere gesehen haben und unser Guide nicht gerade der fitteste war. Am Ende unserer Wanderung im Park meinte er:“I am tired man, you wonna kill me?!“ Das nennt man mal Motivation pur. Es konnte ja keiner ahnen, dass diese deutschen Hupferl so viel Energie haben. Letztendlich ist der gute Mann dann ins Bett und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Unser Trip ging durch (fast) die gesamte Voltaregion. Hohoe,Kpandu, Torko und nocheinmal Ho, waren vertreten. Am 12.1.2013 nahmen wir dann am frühen Morgen einen orangen MMT Bus zurück nach Kumasi. Als ich im Bus saß und die Landschaft an mir vorbei zog, wusste ich, dass meine Zeit in Ghana fast abgelaufen ist und sämtliche Bilder und schöne Momente von den vergangenen Monaten wurden mir vor Augen geführt und mir wurde klar, dass es vorbei ist. Die Freude auf Familie und Freunde in Deutschland mischt sich  mit dem Gefühl des „Hierbleibenwollens“.
Na ja, noch ist es nicht vorbei! Das habe ich dann auch am Montag bemerkt, als die Schule richtig begonnen hat und ich meine Schüler nach einem Monat wieder gesehen habe! Ich hab mich schon sehr gefreut alle zu sehen. Diese Freude wurde leider erstmal in den Hintergrund gestellt und das Gefühl der Frustration dominierte nach der allgemeinen Wiederholung des Ein-mal-Einses in meinem Körper. Ich war ruhig und geduldig und versuchte meine innere Entäuschung über das Gedächtnisvermögen meiner Kinder nicht zur Schau zu stellen.
Am Dienstag konnte ich mit dem neuen Stoff, bei dem sie sehr motiviert dabei waren, weiter machen. Diese Stunde war sehr schön und ich wusste, dass sie das, was sie gelernt haben am Donnerstag immer noch wissen werden! So war es dann auch und ich war überglücklich! 🙂 Ich denke, meine Schüler haben es auch gemerkt, da ich über beide Ohren gestrahlt habe. 😀

Jetzt ist es 12:44 Uhr und meine französisch Stunde hat eigentlich schon begonnen. Da es heute leider aufgrund von FUßBALL ausfällt, werde ich wohl nicht hingehen! Fußball steht nämlich über allem. Manchmal bekomme ich auf meine Fragen wie „Where are you going?“ oder „Where were you?“ Einfach nur: „Outside..Football, Madame Jennifer!“ Was soll ich dagegen machen?! Wenn’s Fußball gibt, ist nichts wichtiger, als dabei gewesen zu sein. Und außerdem brauch ich mich nicht aufregen, da ja eh Freitag ist! Was auch immer das heißen mag… Freitag ist eigentlich noch kein Wochenende, aber in meinem kleinen Dörfchen anscheinend schon. 😉

Ok, ich denke, dass ich nun mein Wochenende genießen werde und vielleicht noch in die Stadt gehe, wobei ich um die Uhrzeit einen riesen Stau von ca. 1,5h riskieren werde. Aber was soll’s, „There’s no hurry in life!“

Ach ja, noch kurze News aus dem Hause Hammer-Danquah: Ich versuche schon seit einer Woche einen Hammer zu besorgen, um das Moskitonetz an unserem Fenster zu reparieren. Wir genießen die deutsche Salami von meiner Mutter und die Spekulatius von Lisas Familie! Ein Dankeschön an Familie Hammer an dieser Stelle. Strom und Wasser geht seit gestern Abend wieder und sonst ist alles gut. 🙂

In 6,5 Wochen bin ich wieder bei euch in München.

Ich hab euch lieb.

Eure Jennifer

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One Comment
  1. Ich freue mich sehr für dich! Dein Urlaub muß wunderschön gewesen sein! Genieße die Zeit und wir freuen uns alle schon sehr auf deine Rückkehr!
    Liebe Grüße
    Roswitha

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